Eines gleich vorweg - Greifenburg ist kein einfaches Fluggelände. Der Schein trügt, vielleicht auch, weil hier viele Flugschulen ausbilden. Vielleicht auch durch unzählige Geschichten von vielen zurückgelegten XC Kilometern, vor allem von sehr erfahrenen Piloten. Aber als Freiflieger muss man in Eigenverantwortung selbst Entscheidungen treffen, ob man fliegt, wie lange man fliegt, wo man hinfliegt und vor allem von wo man wann startet.
In den letzten 7 Tagen gab es hier bereits 3 Abstürze. Vom ersten Absturz habe ich nur gehört. Den zweiten habe ich am Landeplatz mitbekommen. Beim dritten Absturz war ich leider sogar live dabei. Ein schrecklicher Anblick den Menschen so herunterfallen zu sehen. Die Saga von fast immer fliegbaren Flugbedienungen in Greifenburg ist eben falsch und gilt vor allem nicht für solche Freizeitpiloten wie mich. Es gibt so einige Informationen, die man wissen sollte, bevor man hier zum Fliegen geht.
Die Startplatzgebühr kostet 6 Euro und gilt für den ganzen Tag. Erwerben kann man diese entweder direkt im Fliegercamp oder oben an der Emberger Alm. Gelegentlich wird auch kontrolliert. Wenn man irgendwann in der Luft ist, will man ja weiter nach oben. Der Hausbart hierfür befindet sich südwestlich von der Emberger Alm. Der bessere Einstieg in den besagten Hausbart ist vom oberen Startplatz gegeben, aber eben mit dem höheren Risiko verbunden (siehe Text oben). Hat man den Hausbart gut erwischt, so kann dieser bis nach ganz oben durchziehen. Alternativ kann auch über bzw. vor der Alm auch gut aufgedreht werden. Dauert meistens etwas länger, bis die Thermik gut trägt. Bei gutem Streckenflugwetter kann die Kreuzeckgruppe abgeflogen werden. Meistens fliegt man die Südflanke davon ab und mit guter Abflughöhe fliegt man auch gerne vom Stagor [2.289m] über das Drautal zum Hochtratten [1.650m] in Richtung Weißensee weiter. Natürlich sollte hier die Südflanke angeflogen werden. Eine viel bessere Erklärung zum Streckenfliegen in Greifenburg findet ihr hier. Die Glockner CTA beginnt über der Kreuzeckgruppe bei 14.500 Fuß MSL, was für uns Gleitschirmflieger umgerechnet eine maximale Flughöhe von ca. 4.400 Meter MSL bedeutet. In der Regel braucht man sich keinen Kopf über eine Luftraumverletzung nach oben machen, da die Wolkenbasis meistens deutlich niedriger ist. Allerdings muss man dran denken, dass man auch im kontrollierten Luftraum E unterwegs ist. Also VFR und IFR im Mischbetrieb, deshalb Augen raus aus dem Cockpit! 🙈
Beim Fliegercamp Greifenburg handelt es sich um keinen gewöhnlichen Campingplatz. Dieser Campingplatz ist komplett auf Drachen- und Gleitschirmflieger ausgelegt. Hier trifft man in der Regel die gesamte Fliegerszene aus ganz Europa, darunter auch ein paar bekannte Größen. Am Abend werden manchmal auch Fachvorträge zum Streckenfliegen angeboten.
Eine nennenswerte Besonderheit ist der kostenlose Zugang zum angrenzenden Badesee für alle Campingplatzgäste. Eine schöne Abkühlung im See direkt nach der Landung wertet den gesamten Flugtag deutlich auf. Zudem kann auf dem gesamten Gelände das kostenlose WiFi genutzt werden, vorausgesetzt es sind nicht zu viele Gäste gleichzeitig im Internet unterwegs. Dann geht gar nichts mehr. 😴
Als großes Schmankerl bleibt noch den großen Landeplatz zu erwähnen, welcher sich direkt neben dem Campingplatz befindet. Hier sollte eigentlich jeder treffen! Aber Vorsicht vor den angrenzenden Stromleitungen!
Grundsätzlich kann ich das Fluggebiet Greifenburg jedem empfehlen, der erste und schnelle Erfolgserlebnisse im Streckenfliegen verzeichnen möchte. Kleine Abstriche muss man leider bei der Transportinfrastruktur machen. So spontan und schnell wie mit einer Gondelbahn, kommt man hier nicht auf den Berg rauf.
Ich selber hatte leider nicht so viel Airtime erzielt wie ursprünglich erhofft. In der ersten Woche gab es leider mehrere Abstürze, welche meine Fluglaune etwas negativ beeinflusst haben. In der zweiten Urlaubswoche hatte es oft und heftig geregnet und ich wurde noch anschließend krank. Zum Schluss musste ich mich mit ein paar Hike&Fly´s zufriedengeben. Für thermische Flugstunden war ich einfach nicht mehr fit genug. Aber eins ist klar: Ich komme definitiv wieder!!!
- Beim Nordwind sollte man vom oberen Startplatz (über der Emberger Alm) nicht starten, egal wie gut die Thermikgüte vorhergesagt wurde. Ich habe selber erlebt wie schnell ein 10 km/h Nordwind in 2.000 m Höhe nach unten durchbricht und startende Piloten gnadenlos herunterspült.
- Kommt der Talwind aus Westen, so sollte der obere Startplatz über der Emberger Alm "Thermiktreff" erst recht nicht benutzt werden. Der westliche Talwind schwappt über die Baumreihe neben dem Bergsee/Speichersee drüber, und sorgt für heftige Lee-Turbulenzen. Flugunfälle an dieser Stelle sind nicht selten. Leider habe ich genau hier einen Unfall beobachtet.
- Der obere Startplatz über der Emberger Alm wird selten von Flugschulen für Ausbildungszwecke oder Flugreisen genutzt. Diese Tatsache sollte jedem, der dort starten möchte, zum Nachdenken bringen. Der Schein der guten Anströmung täuscht hier tatsächlich. Sobald man abgehoben ist, befindet man sich in einer sehr turbulenten Leewalze.
- Das Gewitterrisiko sollte in diesem Fluggebiet niemals unterschätzt werden. Hier kann man fast täglich ab 15 Uhr teils extreme Gewitter erleben, welche plötzlich, wie aus dem nichts auftauchen und alles niederbügeln. Ist man noch auf 2.000 m Höhe, so sollte man die Steilspirale gut beherrschen. Am besten frühzeitig landen und das Risiko gleich ausschließen.
- Der reguläre Talwind in Drautal kommt aus Osten und ist eher schwach ausgeprägt. Eigentlich. Manchmal dreht der Talwind aber auch auf West. Sollte das passieren, dann wird oft der reguläre Ostwind vom deutlich stärkeren Westwind nach oben verdrängt. Es entsteht eine Konvergenz und kann Schwierigkeiten bereiten die Höhe abzubauen. Der Talwind kann am Landeplatz innerhalb kurzer Zeit auch mehrmals seine Richtung drehen.
Die Startplatzgebühr kostet 6 Euro und gilt für den ganzen Tag. Erwerben kann man diese entweder direkt im Fliegercamp oder oben an der Emberger Alm. Gelegentlich wird auch kontrolliert. Wenn man irgendwann in der Luft ist, will man ja weiter nach oben. Der Hausbart hierfür befindet sich südwestlich von der Emberger Alm. Der bessere Einstieg in den besagten Hausbart ist vom oberen Startplatz gegeben, aber eben mit dem höheren Risiko verbunden (siehe Text oben). Hat man den Hausbart gut erwischt, so kann dieser bis nach ganz oben durchziehen. Alternativ kann auch über bzw. vor der Alm auch gut aufgedreht werden. Dauert meistens etwas länger, bis die Thermik gut trägt. Bei gutem Streckenflugwetter kann die Kreuzeckgruppe abgeflogen werden. Meistens fliegt man die Südflanke davon ab und mit guter Abflughöhe fliegt man auch gerne vom Stagor [2.289m] über das Drautal zum Hochtratten [1.650m] in Richtung Weißensee weiter. Natürlich sollte hier die Südflanke angeflogen werden. Eine viel bessere Erklärung zum Streckenfliegen in Greifenburg findet ihr hier. Die Glockner CTA beginnt über der Kreuzeckgruppe bei 14.500 Fuß MSL, was für uns Gleitschirmflieger umgerechnet eine maximale Flughöhe von ca. 4.400 Meter MSL bedeutet. In der Regel braucht man sich keinen Kopf über eine Luftraumverletzung nach oben machen, da die Wolkenbasis meistens deutlich niedriger ist. Allerdings muss man dran denken, dass man auch im kontrollierten Luftraum E unterwegs ist. Also VFR und IFR im Mischbetrieb, deshalb Augen raus aus dem Cockpit! 🙈
Fliegercamp Greifenburg
Eine nennenswerte Besonderheit ist der kostenlose Zugang zum angrenzenden Badesee für alle Campingplatzgäste. Eine schöne Abkühlung im See direkt nach der Landung wertet den gesamten Flugtag deutlich auf. Zudem kann auf dem gesamten Gelände das kostenlose WiFi genutzt werden, vorausgesetzt es sind nicht zu viele Gäste gleichzeitig im Internet unterwegs. Dann geht gar nichts mehr. 😴
Als großes Schmankerl bleibt noch den großen Landeplatz zu erwähnen, welcher sich direkt neben dem Campingplatz befindet. Hier sollte eigentlich jeder treffen! Aber Vorsicht vor den angrenzenden Stromleitungen!
Fazit
Ich selber hatte leider nicht so viel Airtime erzielt wie ursprünglich erhofft. In der ersten Woche gab es leider mehrere Abstürze, welche meine Fluglaune etwas negativ beeinflusst haben. In der zweiten Urlaubswoche hatte es oft und heftig geregnet und ich wurde noch anschließend krank. Zum Schluss musste ich mich mit ein paar Hike&Fly´s zufriedengeben. Für thermische Flugstunden war ich einfach nicht mehr fit genug. Aber eins ist klar: Ich komme definitiv wieder!!!




