Die ersten vier Tage vom Sicherheitstraining haben wir das Fluggebiet am Lac d’Annecy etwas kennengelernt. Von früh bis abends haben wir diverse Flugmanöver in der Luft und am Boden fleißig geübt und in den Nachbesprechungen das Vorgehen reflektiert. Am fünften Tag hat der Wettergott es gut mit uns gemeint und schenkte uns gutes Streckenflugwetter. Zu diesem Zeitpunkt fehlte mir zu meiner Streckenfluglizenz (B-Schein) nur der Streckenprüfungsflug von mindestens 10 km Länge. Diese Chance habe ich an diesem Tag natürlich genutzt und die bekannte kleine Annecy Seerunde als Prüfungsflug gewählt. Am Startplatz bei der Flugvorbereitung habe ich gemerkt, das ich meine GoPro für diesen Flug zwar vorbereitet habe (komplett aufgeladen und Speicherkarte geleert), aber vergessen habe die Kamera einzupacken. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich darüber noch gar nicht stark geärgert, denn schließlich wusste ich noch nicht, wie schön dieser Flug sein wird.
Gestartet bin ich um 14:26 vom oberen Col de Forclaz Startplatz zu der thermisch aktivsten Zeit des Tages. Das Starten war wegen den andauernden, starken thermischen Ablösungen am Startplatz und ungünstiger Windrichtung recht anspruchsvoll. Der Wind kam aus NNW bis NW Richtung, wodurch sich ein Teilbereich des Startplatzes im Leebereich befand. Gleich nach dem Starten flog ich rechts Richtung Norden und kassierte einen fetten Frontklapper. In dem Moment wusste ich sofort, was ich falsch gemacht habe. Ich war immer noch im Leebereich. Für die eigene Psyche war es gut, dass ich den Frontklapper in den letzten 3 Tagen immer wieder trainiert habe und dadurch wusste wie sich das anfühlt und was zu machen war. Dadurch konnte ich diesen Zwischenfall recht schnell temporär zur Seite schieben und mich wieder auf den bevorstehenden Streckenflug konzentrieren. Meine Entscheidung weiterzufliegen, wäre ohne die Übungsmanöver im Sicherheitstraining bestimmt anders ausgefallen.
Anschließend parkte ich für fast 40 Minuten auf der Startplatzhöhe. Die Thermik war vorhanden, aber so zerrissen und bockig, dass ich diese Bedingungen nicht ausnutzen konnte. Also habe ich in der Luft gewartet bis der Wind etwas nachlässt. In der Zwischenzeit haben sich sehr viele Piloten auf relativ gleicher Höhe angesammelt, was nicht unbedingt zur besseren Übersichtlichkeit und entspannterem Fliegen beigetragen hat. Nur vereinzelte Piloten mit deutlich mehr Erfahrung konnten sich nach oben vom Rest absetzen. Als der Wind deutlich nachgelassen hat, ging alles recht schnell. Thermik zentrieren – aufdrehen – und weiterfliegen. Trotzdem war es anfangs für mich sehr schwierig immer weiter vom offiziellen Landeplatz in Doussard zu entfernen. Es war eine Art Blockade im Kopf, die mich daran hinderte außerhalb des Gleitwinkelbereiches sich zu bewegen. Das erste Mal muss man sich überwinden, dann ist es auch kein Thema mehr. Der weitere Flug zum Backenzahn wurde mit einer atemberaubenden Aussicht aus der Vogelperspektive belohnt. Am letzten Backenzahn muss man maximal aufdrehen, denn die Seeüberquerung ist lang, sehr lang sogar und wenn man einmal über dem See ist, darf man auf keinen Fall mehr umkehren. In diesem Fall würde man quasi gegen den Wind fliegen. Bei mir war der Thermikbart am letzten Backenzahn unglaublich eng und mit Steigwerten bis zu 6,3 m/s sehr, sehr stark. Ich hatte richtig Angst aus diesem Bart herauszufallen und anschließend in den vorschießenden Schirm zu fallen. Also blieb ich weiterhin drin, in einem Winkel, in welchem man eigentlich runter spiralt. Als ich am Gipfelkreuz und den paar Wanderer nach oben vorbeirauschte und mir die Sicht auf den dahinterliegenden, schneebedeckten Mont Blanc anbot, war ich im siebten Himmel. Das kann ich gar nicht richtig beschreiben, dass muss man selber vor Ort erlebt haben. Die lange Seeüberquerung habe ich etwas in die Länge herausgezögert. Ich konnte anfangs nicht einschätzen, ob meine Höhe von ca. 1.900 m AMSL auch wirklich ausreicht. Also habe ich etwas gewartet bis ein paar erfahrenere Piloten vorgeflogen sind. Nachdem ich meinen letzten Mut zusammen gekratzt habe, bin ich letztendlich mit einer Resthöhe von 1.866 m AMSL abgeflogen. Die Seeüberquerung macht man nicht an der engsten Stelle, also quer zum Seeverlauf, sondern etwas schräg und nutzt zusätzlich den Rückenwind. Also mit leichtem Rückenwind und durchgetretenem Beschleuniger war ich stolze 11 Minuten mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 61 km/h unterwegs. Das ist lang, sogar sehr lang, wenn man bedenkt, dass es kein Zurück gibt. Für die gesamte Seeüberquerung mit 6,5 km Luftlinie, habe ich 961 Höhenmeter benötigt. Die Luft über Wasser war ruhig und so konnte ich meine Arme und Hände etwas entspannen. An der Rolltreppe bin ich mit 483 m AGL angekommen. Ich war mir nicht sicher, ob die Rolltreppe so spät noch funktioniert, also habe ich mir vorsichtshalber schon ein paar Außenlandemöglichkeiten bei den Ortschaften Provent, Bordon und Villard ausgesucht. Die Option der Außenlandung habe ich letztendlich nicht benötigt. Wie der Name schon sagt, ging es für mich wie mit einer Rolltreppe am Col de la Cochette nach oben. Am Gipfeleinschnitt konnte ich noch ein paar hundert Meter mit einer schön knackigen Thermik aufdrehen und so problemlos das Leegebiet Richtung Landeplatz in Doussard überfliegen. Beim Abgleiter zum Landeplatz habe ich mir nochmal Zeit genommen, um die sagenhaft schöne Landschaft in aller Ruhe anzusehen und zu genießen. Gelandet bin ich genau 2 Stunden und 4 Minuten nach meinem Start, ohne zu ahnen, wie stark mich dieser Flug prägt und verändert. Insgesamt bin ich 69,1 km Flugstrecke und 21 km XC geflogen. Meine max. Flughöhe betrug zwischendurch 2.003 m ü.NN. Meinen B-Schein Prüfungsflug habe ich somit erfolgreich absolviert. Allerdings muss ich ehrlich gestehen, dass der erfolgreich absolvierte B-Schein Prüfungsflug mich nach der Landung nicht wirklich interessiert hat. Zu stark waren andere Emotionen und Eindrücke im Vordergrund.
Am nächsten Tag sind wir nochmal auf den Berg hoch um mit Abendthermik zu fliegen. An diesem Tag habe ich als allererstes meine GoPro mit eingepackt. Auch bei diesem Abendflug konnte ich einen Blick auf den schönen Mont Blanc aus einer Höhe von 2.173 m riskieren. Für jeden Gleitschirmpiloten ist Annecy ein Pflichtprogramm. Fahrt hin.
Anschließend parkte ich für fast 40 Minuten auf der Startplatzhöhe. Die Thermik war vorhanden, aber so zerrissen und bockig, dass ich diese Bedingungen nicht ausnutzen konnte. Also habe ich in der Luft gewartet bis der Wind etwas nachlässt. In der Zwischenzeit haben sich sehr viele Piloten auf relativ gleicher Höhe angesammelt, was nicht unbedingt zur besseren Übersichtlichkeit und entspannterem Fliegen beigetragen hat. Nur vereinzelte Piloten mit deutlich mehr Erfahrung konnten sich nach oben vom Rest absetzen. Als der Wind deutlich nachgelassen hat, ging alles recht schnell. Thermik zentrieren – aufdrehen – und weiterfliegen. Trotzdem war es anfangs für mich sehr schwierig immer weiter vom offiziellen Landeplatz in Doussard zu entfernen. Es war eine Art Blockade im Kopf, die mich daran hinderte außerhalb des Gleitwinkelbereiches sich zu bewegen. Das erste Mal muss man sich überwinden, dann ist es auch kein Thema mehr. Der weitere Flug zum Backenzahn wurde mit einer atemberaubenden Aussicht aus der Vogelperspektive belohnt. Am letzten Backenzahn muss man maximal aufdrehen, denn die Seeüberquerung ist lang, sehr lang sogar und wenn man einmal über dem See ist, darf man auf keinen Fall mehr umkehren. In diesem Fall würde man quasi gegen den Wind fliegen. Bei mir war der Thermikbart am letzten Backenzahn unglaublich eng und mit Steigwerten bis zu 6,3 m/s sehr, sehr stark. Ich hatte richtig Angst aus diesem Bart herauszufallen und anschließend in den vorschießenden Schirm zu fallen. Also blieb ich weiterhin drin, in einem Winkel, in welchem man eigentlich runter spiralt. Als ich am Gipfelkreuz und den paar Wanderer nach oben vorbeirauschte und mir die Sicht auf den dahinterliegenden, schneebedeckten Mont Blanc anbot, war ich im siebten Himmel. Das kann ich gar nicht richtig beschreiben, dass muss man selber vor Ort erlebt haben. Die lange Seeüberquerung habe ich etwas in die Länge herausgezögert. Ich konnte anfangs nicht einschätzen, ob meine Höhe von ca. 1.900 m AMSL auch wirklich ausreicht. Also habe ich etwas gewartet bis ein paar erfahrenere Piloten vorgeflogen sind. Nachdem ich meinen letzten Mut zusammen gekratzt habe, bin ich letztendlich mit einer Resthöhe von 1.866 m AMSL abgeflogen. Die Seeüberquerung macht man nicht an der engsten Stelle, also quer zum Seeverlauf, sondern etwas schräg und nutzt zusätzlich den Rückenwind. Also mit leichtem Rückenwind und durchgetretenem Beschleuniger war ich stolze 11 Minuten mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 61 km/h unterwegs. Das ist lang, sogar sehr lang, wenn man bedenkt, dass es kein Zurück gibt. Für die gesamte Seeüberquerung mit 6,5 km Luftlinie, habe ich 961 Höhenmeter benötigt. Die Luft über Wasser war ruhig und so konnte ich meine Arme und Hände etwas entspannen. An der Rolltreppe bin ich mit 483 m AGL angekommen. Ich war mir nicht sicher, ob die Rolltreppe so spät noch funktioniert, also habe ich mir vorsichtshalber schon ein paar Außenlandemöglichkeiten bei den Ortschaften Provent, Bordon und Villard ausgesucht. Die Option der Außenlandung habe ich letztendlich nicht benötigt. Wie der Name schon sagt, ging es für mich wie mit einer Rolltreppe am Col de la Cochette nach oben. Am Gipfeleinschnitt konnte ich noch ein paar hundert Meter mit einer schön knackigen Thermik aufdrehen und so problemlos das Leegebiet Richtung Landeplatz in Doussard überfliegen. Beim Abgleiter zum Landeplatz habe ich mir nochmal Zeit genommen, um die sagenhaft schöne Landschaft in aller Ruhe anzusehen und zu genießen. Gelandet bin ich genau 2 Stunden und 4 Minuten nach meinem Start, ohne zu ahnen, wie stark mich dieser Flug prägt und verändert. Insgesamt bin ich 69,1 km Flugstrecke und 21 km XC geflogen. Meine max. Flughöhe betrug zwischendurch 2.003 m ü.NN. Meinen B-Schein Prüfungsflug habe ich somit erfolgreich absolviert. Allerdings muss ich ehrlich gestehen, dass der erfolgreich absolvierte B-Schein Prüfungsflug mich nach der Landung nicht wirklich interessiert hat. Zu stark waren andere Emotionen und Eindrücke im Vordergrund.
Am nächsten Tag sind wir nochmal auf den Berg hoch um mit Abendthermik zu fliegen. An diesem Tag habe ich als allererstes meine GoPro mit eingepackt. Auch bei diesem Abendflug konnte ich einen Blick auf den schönen Mont Blanc aus einer Höhe von 2.173 m riskieren. Für jeden Gleitschirmpiloten ist Annecy ein Pflichtprogramm. Fahrt hin.



