Ich hätte nie gedacht, dass es so plötzlich passiert. Ich habe viel darüber gelesen und mich gut vorbereitet. Zumindest dachte ich das. Von einem Augenblick auf den anderen wurde mir die gesamte Luft aus der Lunge gedrückt, als ob mir Jemand ohne jegliche Vorwarnung ein paar Sandsäcke auf die Brust geschmissen hat. Die Pressatmung-Technik, welche ich noch davor geübt habe, war in diesem Augenblick nicht mehr abrufbar. Ich glaube sogar, dass ich das Atmen komplett eingestellt habe. Die Welt um mich drehte sich zu schnell um mich noch orientieren zu können. Ich sah nur überall Strichlinien und konnte nur grobe Konturen zwischen Himmel, Berge und Wasser unterscheiden. Als die Farbe aus meinem Sichtfeld plötzlich verschwand und ich nur noch alles schwarz-weiß wie in einem alten Film sah, bekam ich etwas Panik. Ab da lief alles wie in der Zeitlupe ab.
Ich wollte den Spiralsturz mit Klapper ausleiten, aber meine Arme reagierten nicht und fühlten sich so schwer an wie Blei. Als ich die von außen kommende Schwärze in meinem Blickfeld wahrnahm, schrie ich innerlich meinen äußeren Arm an, in der Hoffnung den Spiralsturz dadurch schneller ausleiten zu können. Aber es passierte zuerst nichts. Da ich nicht zum Fatalismus neige, habe ich es immer weiter probiert, bis mit einer deutlichen Verzögerung die äußere Steuerleine ziehen konnte und so den Ritt auf der Kanonenkugel beenden konnte. Vollgepumpt mit Adrenalin war ich gleichermaßen glücklich und geschockt. Für mich stand sofort fest, ich fliege heute nicht mehr, ich bin für diesen Tag fertig. Hose reichlich voll.
So habe ich meinen ersten Spiralansatz mit einem vorher gezogenen Klapper im Sicherheitstraining in Annecy (Frankreich) erlebt. Jeder der schon erfolgreich spiralt, wird sich über meine erste Erfahrung wahrscheinlich lachen, aber es ist mir egal, ich bin kein Adrenalinjunkie und will es auch nicht werden. Ich möchte nur in einer Notsituation weiterhin die Kontrolle behalten. Nicht mehr und nicht weniger. Deswegen muss ich das trainieren.
Interessant war die Videoanalyse danach. Die gesamte Situation von „die Kappe geht auf die Nase“ bis zur Ausleitung und Abfangen des Schirmes sind nur ein paar Sekunden vergangen. Recht spektakulär sah die Aktion auch nicht aus. Subjektiv habe ich die Situation deutlich länger und schlimmer wahrgenommen. Beim nächsten Versuch bin ich allerdings besser auf die Beschleunigungskraft vorbereitet. 😃
Allgemein musste ich beim Sicherheitstraining feststellen, wie agil und dynamisch mein Alpha 6 in gewissen Situationen werden kann. Im erweiterten Gewichtsbereich und im beschleunigten Zustand lehrt der Schirm schon einem das Fürchten. Von wegen das ein A-Schirm wie ein Panzer unterwegs ist. Da ist ein Anfänger schnell überfordert. Mir wurden im Sicherheitstraining meine fliegerischen Grenzen gnadenlos aufgezeigt und die Grenzen meines Schirmes habe ich ebenfalls kennengelernt.
Insgesamt war ich 7 Tage zur fliegerischen Fortbildung in den französischen Alpen am Lac d'Annecy mit der Flugschule Grenzenlos unterwegs. 3 Tage waren für ein Sicherheitstraining reserviert und 3 Tage für ein Thermik- und Streckenflugtraining. Die Woche war insgesamt recht kurzweilig, da man ständig entweder mit Fliegen, mit Trockenübungen oder der Fluganalyse beschäftigt war. Nachts am Lagerfeuer konnte man nochmals die Flugerlebnisse besprechen und darüber gemeinsam lachen. Es war insgesamt eine saugeile Woche in Frankreich. Wer noch nie zum Fliegen in Annecy war, dem kann ich nur raten das nachzuholen. Für mich gehört das Fluggebiet um Lac d'Annecy zum schönsten Areal schlechthin. Alleine der Blick auf den 50km entfernten Mont Blanc, sobald man über den Gipfel von La Tournette aufgedreht hat, ist die lange Anreise schon wert.
Ich wollte den Spiralsturz mit Klapper ausleiten, aber meine Arme reagierten nicht und fühlten sich so schwer an wie Blei. Als ich die von außen kommende Schwärze in meinem Blickfeld wahrnahm, schrie ich innerlich meinen äußeren Arm an, in der Hoffnung den Spiralsturz dadurch schneller ausleiten zu können. Aber es passierte zuerst nichts. Da ich nicht zum Fatalismus neige, habe ich es immer weiter probiert, bis mit einer deutlichen Verzögerung die äußere Steuerleine ziehen konnte und so den Ritt auf der Kanonenkugel beenden konnte. Vollgepumpt mit Adrenalin war ich gleichermaßen glücklich und geschockt. Für mich stand sofort fest, ich fliege heute nicht mehr, ich bin für diesen Tag fertig. Hose reichlich voll.
Der Grat zwischen dem Moment wo die Welt um einen herum ruhig, entspannt und einfach nur wunderschön ist und im nächsten Augenblick die Welt auf dem Kopf steht und man die Hosen voll hat, ist beim Gleitschirmfliegen besonders schmal. Manchmal sogar fast wie digital.
Interessant war die Videoanalyse danach. Die gesamte Situation von „die Kappe geht auf die Nase“ bis zur Ausleitung und Abfangen des Schirmes sind nur ein paar Sekunden vergangen. Recht spektakulär sah die Aktion auch nicht aus. Subjektiv habe ich die Situation deutlich länger und schlimmer wahrgenommen. Beim nächsten Versuch bin ich allerdings besser auf die Beschleunigungskraft vorbereitet. 😃
Allgemein musste ich beim Sicherheitstraining feststellen, wie agil und dynamisch mein Alpha 6 in gewissen Situationen werden kann. Im erweiterten Gewichtsbereich und im beschleunigten Zustand lehrt der Schirm schon einem das Fürchten. Von wegen das ein A-Schirm wie ein Panzer unterwegs ist. Da ist ein Anfänger schnell überfordert. Mir wurden im Sicherheitstraining meine fliegerischen Grenzen gnadenlos aufgezeigt und die Grenzen meines Schirmes habe ich ebenfalls kennengelernt.
Insgesamt war ich 7 Tage zur fliegerischen Fortbildung in den französischen Alpen am Lac d'Annecy mit der Flugschule Grenzenlos unterwegs. 3 Tage waren für ein Sicherheitstraining reserviert und 3 Tage für ein Thermik- und Streckenflugtraining. Die Woche war insgesamt recht kurzweilig, da man ständig entweder mit Fliegen, mit Trockenübungen oder der Fluganalyse beschäftigt war. Nachts am Lagerfeuer konnte man nochmals die Flugerlebnisse besprechen und darüber gemeinsam lachen. Es war insgesamt eine saugeile Woche in Frankreich. Wer noch nie zum Fliegen in Annecy war, dem kann ich nur raten das nachzuholen. Für mich gehört das Fluggebiet um Lac d'Annecy zum schönsten Areal schlechthin. Alleine der Blick auf den 50km entfernten Mont Blanc, sobald man über den Gipfel von La Tournette aufgedreht hat, ist die lange Anreise schon wert.




