Ich besitze seit meinem ersten Höhenflug ein Flymaster GPS SD Vario. Das Vario ist zuverlässig, robust gebaut und mit vielen Funktionen ausgestattet, aber die Kartendarstellung samt Luftraumanzeige könnte direkt aus dem letzten Jahrhundert stammen. Solange es nichts Besseres auf dem Markt gab, hatte ich kein großes Problem damit. Bis Skytraxx die 3.0 Variante mit FLARM und FANET herausgebracht hat. Ein tolles Spielzeug. Da der stolze Preis von 890 EUR für ein Vario für mich einfach zu teuer ist, habe ich mich für ein Eigenbau-Vario entschieden. Ein größerer Bildschirm mit einer besseren Luftraumanzeige und Kartendarstellung musste das neue Vario definitiv haben. Für Glide-Computer kam nur die Open-Source-Software von XCSoar oder LK8000 infrage. Eine integrierte FLARM Funktion wäre natürlich für einen verspielten Menschen wie mich auch schön.
Nach langer Recherche habe ich mich für die Flugsoftware LK8000 Version 6.0b entschieden. Die Kartendarstellung und die Anzeige der Informationen gefällt mir persönlich am besten. Auch die Bedienung am Bildschirm durch Tippbefehle sagt mir eher zu, als durch seltsame Wischgesten von XCSoar. Die sehr unlogische Menüführung und die immense Vielfalt an Informationen bei LK8000 ist eindeutig verbesserungswürdig. Als Bildschirm verwende ich einen bei Ebay gekauften eReader Kobo Glo. Das BlueFlyVario TTL GPS V12 Modul mit Baro-Drucksonde samt GPS/GLONASS/GALILEO Modul und TTL-Schnittstelle habe ich beim Alistair in Australien gekauft. Obwohl ich mich für die günstige Seefracht entschieden habe, war die Lieferung unglaublich schnell da. Der Alistair hat den Umschlag per Luftpost auf seine Kosten verschickt. Danke hierfür. Das FLARM trägt unbestritten zur Sicherheit in der Luft bei. Diese Funktion will ich natürlich in meinem neuen Vario nicht missen. Hierzu habe ich auf der Seite BitBroker.eu einen interessanten Eigenbauversuch mit FANET+ (FLARM) Modul entdeckt. Durch Kombination von FANET+ Modul und AirWhere kann die FLARM Funktion als Boje in den Kobo eReader mit LK8000 Software integriert werden.
Nach der Beschaffung aller Einzelteile wurden die ganzen Komponenten in vielen heimischen Nachtschichten verdrahtet. Der gesamte Esstisch hat in dieser Phase wie das Labor eines verrückten Professors ausgesehen. Daraufhin wurde die Software für AirWhere und LK8000 konfiguriert, optimiert, aufgespielt und anschließend zum ersten Mal das Gerät eingeschaltet.
Die Anspannung war so groß, dass ich mich wie ein sechsjähriges Kind zur Weihnachtszeit beim Auspacken der Geschenke gefühlt habe. Der Bildschirm ging an – LK8000 Startbildschirm erschien – die Kommunikation zum GPS-Modul und Baro-Sonde wurde erfolgreich hergestellt – das Vario piepste – das FANET/FLARM Signal war auch da – ES FUNKTIONIERTE TATSÄCHLICH!!!
Ich war in diesem Augenblick der GRÖßTE!!! Triumphierend mit gehobenen Armen, wie der Rocky Balboa persönlich, bin ich abends durch das Wohnzimmer gesprungen und dabei gejubelt. Von meinen Kindern erntete ich nur seltsame und fragende Blicke, als ob der Papa jetzt komplett den Verstand verlor. All die Anspannung in der monatelangen Recherche, Vorbereitung und Umsetzung mit vielen kleinen Rückschlägen zwischendurch, waren wie weggeblasen. Ein tolles Gefühl. Es war eine gute Beschäftigung für die dunklen, kalten und nicht fliegbaren Wochen und Monate.
Nachdem die Elektronik und Software aufeinander abgestimmt war, habe ich ein passendes Gehäuse in mehreren Iterationsschritten entwickelt und mithilfe meines 3D-Druckers hergestellt. Das Gehäuse ist gewichtsoptimiert und in Sandwich Bauweise für eine gute Montage/Demontage ausgeführt. Die Gehäuseteile werden mit insgesamt 7 Phillips-Schrauben (M2x16) und eingelassenen M2 Sechskantmuttern zusammengeschraubt. Beim eReader wird nur die Rückseitenplatte entfernt und in die obere Sandwich-Schalle passgenau eingeschoben. Die Passgenauigkeit muss ich an dieser Stelle besonders hervorheben, denn am Anfang wurde mir ständig aus unerklärlichen Gründen die Speicherkarte mit LK8000 Software auf Urzustand formatiert. Grund dafür war das labile Kobo Gehäuse ohne Rückseitenplatte mit etwas strafferem Sitz im oberen Deckel. Durch die Labilität und Verformung des Kobo Gehäuses wurden mehrere Taster gleichzeitig auf der Leiterplatte gedrückt und beim Einschalten des Gerätes so ein Befehl zum Formatieren ausgelöst. Sehr ärgerlich und frustrierend war diese Fehlersuche. Das originale Gehäuse darf auf keinen Fall seitlich belastet werden.
Den originalen Akku vom eReader habe ich aus Gewichtsgründen komplett entfernt. Als Ersatz wird ein Tablet-Akku mit einer Kapazität von 5.000 mAh in die untere Sandwich-Schalle verbaut. Das Gehäuse beinhaltet außerdem Platz für weitere Komponenten:
Als ich mit alldem fertig war und alle Komponenten in das neue Gehäuse untergebracht habe, wollte ich von allen Modulen den funktionierenden Stand sichern. Hierzu ist mir während der Prozedur unter AirWhere Bedienoberfläche die Funktion „FLARM aktualisieren“ aufgefallen. Tja wie soll es auch anders sein – meine Finger waren schneller als mein Gehirn – und natürlich habe ich drauf geklickt bevor ich es überhaupt bewusst realisiert habe. Wer jetzt denkt, dass mein FANET+ Modul auf die neue FLARM Version aktualisiert wurde, den muss ich leider enttäuschen.
Anschließend machte ich die fünf Phasen einer kleinen Krise durch. Nicht-Wahrhaben-Wollen, Zorn, Verhandeln, Trübsinn blasen und letztendlich die Akzeptanz. Egal was ich probiert habe, das FLARM Modul hat kein Lebenszeichen mehr gemacht. Die Kontaktanfrage beim Hersteller ist bis heute unbeantwortet geblieben. Ich gehe davon aus, dass das Modul durch das Update von AirWhere geschrottet wurde. Es ist sehr ärgerlich aber auch sehr lehrreich gewesen. Ich war wirklich kurz davor das ganze Bastelprojekt zu nehmen und in die Tonne zu werfen, mit anschließendem Kauf eines Skytraxx 3 Varios. Aber das wäre ja auch zu einfach.
In der letzten Phase habe ich letztendlich akzeptiert, dass mein neues Vario bis auf Weiteres keine FLARM Funktion besitzen wird. Aus diesem Grund habe ich alle weiteren, hierfür benötigten Komponenten wie z.B. ESP8266 Mikrokontroller, FANET+/FLARM Modul und diverse weitere Kleinbauteile aus meinem Prototyp wieder entfernt. Geblieben ist ein Kobo eReader mit größerem Akku, ein BlueFlyVario Modul und dem externen Speaker. Die optionale Nachrüstung von FLARM ist trotzdem noch möglich, aber mir ist das ganze Konstrukt aktuell zu instabil und somit zu risikoreich.
Aus diesem Grund fliege ich immer noch ohne FLARM. Das Vario funktioniert bis jetzt wirklich gut. Die Batterie hält länger durch als ursprünglich angedacht. Genaue Zahlen habe ich noch nicht. Die Lautstärke und Tonlage im Flug ist akzeptabel. Das Ansprechverhalten ist vergleichbar mit Flymaster GPS SD Vario. Ich würde sogar subjektiv behaupten, dass das BlueFlyVario Modul ein Hauch schneller ist. Eigentlich war ich seitdem zufrieden und konnte mich mit der Idee anfreunden, ohne FLARM zu fliegen. ABER bei meinem Thermikflug mit dem Segelflugzeug habe ich direkt erlebt, wie schnell man andere Teilnehmer aus dem Sichtbereich verliert. Geschuldet durch den kleineren Sichtbereich aus dem Cockpit und der deutlich höheren Fluggeschwindigkeit. Wie froh ich war, dass der andere Pilot ebenfalls mit FLARM Funktion ausgerüstet war und das FLARM Gerät im Segelflugzeug zum richtigen Zeitpunkt Alarm schlug.
Ich möchte von anderen Luftraumteilnehmern besser und schneller erkannt werden. Ich habe keine Lust auf unnötige Überraschungsmomente in der Luft. Den Luxus der freien Rundumsicht und relativ geringen Fluggeschwindigkeit haben NUR wir Gleitschirmflieger. Die anderen Flieger sind in dieser Hinsicht deutlich mehr eingeschränkt. Trotzdem fliegen wir alle zusammen teilweise sehr nah beisammen. Ich brauche die FLARM Funktion im Vario!!!
Nach langer Recherche habe ich mich für die Flugsoftware LK8000 Version 6.0b entschieden. Die Kartendarstellung und die Anzeige der Informationen gefällt mir persönlich am besten. Auch die Bedienung am Bildschirm durch Tippbefehle sagt mir eher zu, als durch seltsame Wischgesten von XCSoar. Die sehr unlogische Menüführung und die immense Vielfalt an Informationen bei LK8000 ist eindeutig verbesserungswürdig. Als Bildschirm verwende ich einen bei Ebay gekauften eReader Kobo Glo. Das BlueFlyVario TTL GPS V12 Modul mit Baro-Drucksonde samt GPS/GLONASS/GALILEO Modul und TTL-Schnittstelle habe ich beim Alistair in Australien gekauft. Obwohl ich mich für die günstige Seefracht entschieden habe, war die Lieferung unglaublich schnell da. Der Alistair hat den Umschlag per Luftpost auf seine Kosten verschickt. Danke hierfür. Das FLARM trägt unbestritten zur Sicherheit in der Luft bei. Diese Funktion will ich natürlich in meinem neuen Vario nicht missen. Hierzu habe ich auf der Seite BitBroker.eu einen interessanten Eigenbauversuch mit FANET+ (FLARM) Modul entdeckt. Durch Kombination von FANET+ Modul und AirWhere kann die FLARM Funktion als Boje in den Kobo eReader mit LK8000 Software integriert werden.
Nach der Beschaffung aller Einzelteile wurden die ganzen Komponenten in vielen heimischen Nachtschichten verdrahtet. Der gesamte Esstisch hat in dieser Phase wie das Labor eines verrückten Professors ausgesehen. Daraufhin wurde die Software für AirWhere und LK8000 konfiguriert, optimiert, aufgespielt und anschließend zum ersten Mal das Gerät eingeschaltet.
Die Anspannung war so groß, dass ich mich wie ein sechsjähriges Kind zur Weihnachtszeit beim Auspacken der Geschenke gefühlt habe. Der Bildschirm ging an – LK8000 Startbildschirm erschien – die Kommunikation zum GPS-Modul und Baro-Sonde wurde erfolgreich hergestellt – das Vario piepste – das FANET/FLARM Signal war auch da – ES FUNKTIONIERTE TATSÄCHLICH!!!
Ich war in diesem Augenblick der GRÖßTE!!! Triumphierend mit gehobenen Armen, wie der Rocky Balboa persönlich, bin ich abends durch das Wohnzimmer gesprungen und dabei gejubelt. Von meinen Kindern erntete ich nur seltsame und fragende Blicke, als ob der Papa jetzt komplett den Verstand verlor. All die Anspannung in der monatelangen Recherche, Vorbereitung und Umsetzung mit vielen kleinen Rückschlägen zwischendurch, waren wie weggeblasen. Ein tolles Gefühl. Es war eine gute Beschäftigung für die dunklen, kalten und nicht fliegbaren Wochen und Monate.
Nachdem die Elektronik und Software aufeinander abgestimmt war, habe ich ein passendes Gehäuse in mehreren Iterationsschritten entwickelt und mithilfe meines 3D-Druckers hergestellt. Das Gehäuse ist gewichtsoptimiert und in Sandwich Bauweise für eine gute Montage/Demontage ausgeführt. Die Gehäuseteile werden mit insgesamt 7 Phillips-Schrauben (M2x16) und eingelassenen M2 Sechskantmuttern zusammengeschraubt. Beim eReader wird nur die Rückseitenplatte entfernt und in die obere Sandwich-Schalle passgenau eingeschoben. Die Passgenauigkeit muss ich an dieser Stelle besonders hervorheben, denn am Anfang wurde mir ständig aus unerklärlichen Gründen die Speicherkarte mit LK8000 Software auf Urzustand formatiert. Grund dafür war das labile Kobo Gehäuse ohne Rückseitenplatte mit etwas strafferem Sitz im oberen Deckel. Durch die Labilität und Verformung des Kobo Gehäuses wurden mehrere Taster gleichzeitig auf der Leiterplatte gedrückt und beim Einschalten des Gerätes so ein Befehl zum Formatieren ausgelöst. Sehr ärgerlich und frustrierend war diese Fehlersuche. Das originale Gehäuse darf auf keinen Fall seitlich belastet werden.
Den originalen Akku vom eReader habe ich aus Gewichtsgründen komplett entfernt. Als Ersatz wird ein Tablet-Akku mit einer Kapazität von 5.000 mAh in die untere Sandwich-Schalle verbaut. Das Gehäuse beinhaltet außerdem Platz für weitere Komponenten:
- Bluefly TTL GPS V12 Variomodul
- FANET+ Modul oder RF Lora Board
- ESP8266 Mikrocontroller
- 868 MHz Antenne
- Zusätzlicher Lautsprecher aus einem WayteQ Navigationsgerät
- Schalter und LED
Wo keine Probleme sind, schafft man sich Probleme, sonst wäre das Leben ja auch zu langweilig.
In der letzten Phase habe ich letztendlich akzeptiert, dass mein neues Vario bis auf Weiteres keine FLARM Funktion besitzen wird. Aus diesem Grund habe ich alle weiteren, hierfür benötigten Komponenten wie z.B. ESP8266 Mikrokontroller, FANET+/FLARM Modul und diverse weitere Kleinbauteile aus meinem Prototyp wieder entfernt. Geblieben ist ein Kobo eReader mit größerem Akku, ein BlueFlyVario Modul und dem externen Speaker. Die optionale Nachrüstung von FLARM ist trotzdem noch möglich, aber mir ist das ganze Konstrukt aktuell zu instabil und somit zu risikoreich.
Aus diesem Grund fliege ich immer noch ohne FLARM. Das Vario funktioniert bis jetzt wirklich gut. Die Batterie hält länger durch als ursprünglich angedacht. Genaue Zahlen habe ich noch nicht. Die Lautstärke und Tonlage im Flug ist akzeptabel. Das Ansprechverhalten ist vergleichbar mit Flymaster GPS SD Vario. Ich würde sogar subjektiv behaupten, dass das BlueFlyVario Modul ein Hauch schneller ist. Eigentlich war ich seitdem zufrieden und konnte mich mit der Idee anfreunden, ohne FLARM zu fliegen. ABER bei meinem Thermikflug mit dem Segelflugzeug habe ich direkt erlebt, wie schnell man andere Teilnehmer aus dem Sichtbereich verliert. Geschuldet durch den kleineren Sichtbereich aus dem Cockpit und der deutlich höheren Fluggeschwindigkeit. Wie froh ich war, dass der andere Pilot ebenfalls mit FLARM Funktion ausgerüstet war und das FLARM Gerät im Segelflugzeug zum richtigen Zeitpunkt Alarm schlug.
Ich möchte von anderen Luftraumteilnehmern besser und schneller erkannt werden. Ich habe keine Lust auf unnötige Überraschungsmomente in der Luft. Den Luxus der freien Rundumsicht und relativ geringen Fluggeschwindigkeit haben NUR wir Gleitschirmflieger. Die anderen Flieger sind in dieser Hinsicht deutlich mehr eingeschränkt. Trotzdem fliegen wir alle zusammen teilweise sehr nah beisammen. Ich brauche die FLARM Funktion im Vario!!!
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- Verdrahtungsplan: AirWhere – FLARM – BlueFlyVario
