Alles, was bei mir länger als ein Abgleiter ist, bereitet mir Schwierigkeiten beim Steuern des Schirmes mit der Zwei-Finger-Methode. Ich denke, dass meine Finger einfach für diese Steuertechnik zu lang sind. Bereits nach einem 15-minütigen Flug verkrampfen sich meine Finger so stark, dass ich eher mit Schmerzen als mit dem Steuern beschäftigt bin. Die Klo-Griff-Methode kommt für mich ebenfalls nicht infrage, da ich bei dieser Steuertechnik überhaupt nichts spüre. Durch Wickel-Technik wird zwar ein Teil der Belastung auf die Handfläche verteilt und somit die Belastung an den zwei Fingern reduziert, allerdings stehe ich dieser Technik eher kritisch gegenüber. Zu groß ist mein Kopfkino was alles passieren kann, wenn ich meine Hand nicht schnell genug aus der Schlinge herausziehen kann. Nein danke.
Also muss eine Alternative her. Etwas wo ich einfach mehr Fläche zum Halten habe und somit eine geringere Flächenpressung auf den Fingerkuppen entsteht. Bei der Recherche sind mir die sogenannten Brake Balls für Akro oder XC aufgefallen. Ein Ball als Haltegriff weist definitiv mehr Fläche auf als eine einzelne Steuerleine. Der erhöhte Flächeninhalt reduziert die Flächenpressung und liegt rein theoretisch gut zwischen den Fingern. Es gibt verschiedene Varianten von Brake Balls, welche zum Kauf angeboten werden, aber ich wollte kein Geld für Teile ausgeben, welche sich als nutzlos herausstellen könnten. Kurzerhand das CAD-Programm und den 3D-Printer angeworfen und die ersten Prototypen aus Polylactide (PLA) ausgedruckt. Das Grunddesign stammt nicht von mir, ich habe es lediglich auf Thingiverse.com gefunden und etwas optimiert. Die Bälle haben einen Außendurchmesser von 34 mm und sind zum Nachrüsten für Bremsgriffe mit Wirbel gemacht. Ein Aufmachen der Bremsleinen ist somit nicht notwendig. Die Montage ist dank der Schlitzgeometrie ganz einfach. Die Brake Balls werden einfach mit dem Schlitz über die Bremsleinen gezogen und über den Wirbel bis zum Knoten geschoben. Anschließend wird mit dem zweiten Element der Schlitz verschlossen. Fertig! Der Werkstoff hat keine gute UV-Beständigkeit und ist eigentlich für einen Außeneinsatz eher ungeeignet. Andererseits werden die Bälle im Flug meistens je durch Handschuhe vollständig verdeckt, so dass die UV-Belastung eher gering ausfallen dürfte. Deshalb sollte diese Eigenschaft keine große Rolle spielen. Der Füllungsgrad beim Prototypen beträgt 40 % und ist in Kreuzform ausgeführt. Für Zukunft könnte der Füllungsgrad auf 22 % – 25 % reduziert werden. Die Bälle sind leicht genug um im Flugzustand nicht die Hinterkante durch zusätzliches Gewicht zu beeinflussen. Auch beim Groundhandling stört das zusätzliche Gewicht nicht. Die Bälle liegen recht gut zwischen den Fingern. Die Kraft wird deutlich besser verteilt. Verkrampfung meiner Finger ist seit dieser Modifikation nicht mehr aufgetreten. Nur der Gripp könnte bedeutend besser sein. Mit meinen Handschuhen „Chiba Performer Summer“ funktioniert der Gripp zwar recht gut, aber mit anderen Handschuhen war das Ergebnis ein Desaster. Hier muss ich noch mit anderen Werkstoffen zum späteren Zeitpunkt experimentieren. Ansonsten bin ich mit dieser Ausführung soweit zufrieden, dass ich bei dem ersten Prototyp erstmals bleibe.
Nach einem Jahr Flugerprobung habe ich mich doch für eine Designänderung der Handgriffe entschieden. Bei längeren Flügen hat mich die Kugelform nicht immer überzeugen können.
Beim ersten Prototypen war die Oberfläche noch mit einer konvex gekrümmten Oberfläche versehen. Jetzt habe ich mich für eine konkav gekrümmte Oberfläche entschieden. Das bietet gleich mehrere Vorteile:
An welchen Gleitschirmen funktionieren nun diese Griffe? Erfolgreich getestet wurden drei u.a. Schirme. Hat man den gleichen Wirbel mit 8 mm Außendurchmesser an einem anderen Schirm, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass dieser Griff ebenfalls passt.
Zum Nachbau habe ich die benötigten CAD-Daten verlinkt. Der Nachbau und Gebrauch dieser Griffe werden ausschließlich auf eigene Gefahr durchgeführt!
NUR FÜR DIE NERDS: Die reinen Herstellungskosten für 3D-Druckbesitzer belaufen sich bei PLA Material auf 1,38 Euro und bei PETG Material auf 1,59 Euro für beide Handgriffe. Berücksichtigt ist der Filamentverbrauch von 17 Gramm mit anteiligen Versandkosten des Filaments, dem Stromverbrauch von 0,5 kWh und einer Fertigungsdauer von 6 Stunden (also eher langsames Drucken). Das Filament beziehe ich von „Dasfilament„.
Also muss eine Alternative her. Etwas wo ich einfach mehr Fläche zum Halten habe und somit eine geringere Flächenpressung auf den Fingerkuppen entsteht. Bei der Recherche sind mir die sogenannten Brake Balls für Akro oder XC aufgefallen. Ein Ball als Haltegriff weist definitiv mehr Fläche auf als eine einzelne Steuerleine. Der erhöhte Flächeninhalt reduziert die Flächenpressung und liegt rein theoretisch gut zwischen den Fingern. Es gibt verschiedene Varianten von Brake Balls, welche zum Kauf angeboten werden, aber ich wollte kein Geld für Teile ausgeben, welche sich als nutzlos herausstellen könnten. Kurzerhand das CAD-Programm und den 3D-Printer angeworfen und die ersten Prototypen aus Polylactide (PLA) ausgedruckt. Das Grunddesign stammt nicht von mir, ich habe es lediglich auf Thingiverse.com gefunden und etwas optimiert. Die Bälle haben einen Außendurchmesser von 34 mm und sind zum Nachrüsten für Bremsgriffe mit Wirbel gemacht. Ein Aufmachen der Bremsleinen ist somit nicht notwendig. Die Montage ist dank der Schlitzgeometrie ganz einfach. Die Brake Balls werden einfach mit dem Schlitz über die Bremsleinen gezogen und über den Wirbel bis zum Knoten geschoben. Anschließend wird mit dem zweiten Element der Schlitz verschlossen. Fertig! Der Werkstoff hat keine gute UV-Beständigkeit und ist eigentlich für einen Außeneinsatz eher ungeeignet. Andererseits werden die Bälle im Flug meistens je durch Handschuhe vollständig verdeckt, so dass die UV-Belastung eher gering ausfallen dürfte. Deshalb sollte diese Eigenschaft keine große Rolle spielen. Der Füllungsgrad beim Prototypen beträgt 40 % und ist in Kreuzform ausgeführt. Für Zukunft könnte der Füllungsgrad auf 22 % – 25 % reduziert werden. Die Bälle sind leicht genug um im Flugzustand nicht die Hinterkante durch zusätzliches Gewicht zu beeinflussen. Auch beim Groundhandling stört das zusätzliche Gewicht nicht. Die Bälle liegen recht gut zwischen den Fingern. Die Kraft wird deutlich besser verteilt. Verkrampfung meiner Finger ist seit dieser Modifikation nicht mehr aufgetreten. Nur der Gripp könnte bedeutend besser sein. Mit meinen Handschuhen „Chiba Performer Summer“ funktioniert der Gripp zwar recht gut, aber mit anderen Handschuhen war das Ergebnis ein Desaster. Hier muss ich noch mit anderen Werkstoffen zum späteren Zeitpunkt experimentieren. Ansonsten bin ich mit dieser Ausführung soweit zufrieden, dass ich bei dem ersten Prototyp erstmals bleibe.
Designänderung für bessere Griffigkeit
Beim ersten Prototypen war die Oberfläche noch mit einer konvex gekrümmten Oberfläche versehen. Jetzt habe ich mich für eine konkav gekrümmte Oberfläche entschieden. Das bietet gleich mehrere Vorteile:
- Reduzierung des Gewichtes
- Erhöhung der Finger-Auflagefläche und Reduzierung der Flächenpressung
- Verbesserung der Griffigkeit durch „formschlüssige Verbindung“
An welchen Gleitschirmen funktionieren nun diese Griffe? Erfolgreich getestet wurden drei u.a. Schirme. Hat man den gleichen Wirbel mit 8 mm Außendurchmesser an einem anderen Schirm, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass dieser Griff ebenfalls passt.
- Advance Alpha 6
- Nova Prion 3
- Nova Ion 4
- Neue Desigvariante für UP Lhotse²
NUR FÜR DIE NERDS: Die reinen Herstellungskosten für 3D-Druckbesitzer belaufen sich bei PLA Material auf 1,38 Euro und bei PETG Material auf 1,59 Euro für beide Handgriffe. Berücksichtigt ist der Filamentverbrauch von 17 Gramm mit anteiligen Versandkosten des Filaments, dem Stromverbrauch von 0,5 kWh und einer Fertigungsdauer von 6 Stunden (also eher langsames Drucken). Das Filament beziehe ich von „Dasfilament„.
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