Verbreitete These unter den Tuchfliegern: Das Streckenfliegen sei erst ab High-B oder sogar C-Schirmen möglich bzw. erst sinnvoll. Ich sage dazu nur: so a Gschmarri!
Rekordflüge sind natürlich nicht möglich, aber kleinere Streckenflüge (Mikroabenteuer) funktionieren auch mit einem A-Schirm. Das funktioniert sogar ziemlich gut. Ich bin sogar froh, die ersten Streckenflugerfahrungen in kniffligen Situationen mit einem Schirm zu sammeln, welcher noch Fehler verzeiht. Man sollte nur die eigenen Grenzen und von seinem Flugequipment gut kennen. Etwas Geduld sollte auch vorhanden sein, denn man ist mit dem mofA-Schirm nicht unbedingt der Schnellste. Die Taktik "einfach dem Pulk der Sichelflieger hinterherfliegen" wird gewaltig in die Hose gehen.
Ich hatte schon länger den Wunsch von Unterberghorn zu der Steinplatte zu fliegen. Leider hat es oft aus vielfältigen Gründen nicht geklappt. Entweder war das Flugwetter vor Ort anders als vorhergesagt, oder ich war einfach mental nicht bereit dafür. Bin ja eher von der langsamen Sorte >>> alle Macht der Schildkröte!
Die Wettervorhersage für den heutigen Tag war sportlich. Einigermaßen hohe Basis, hohe Temperaturen, starke Thermik, viel Wind und evtl. leicht föhnig. Die thermische Luft habe ich ab 2.000m MSL als biestig empfunden, aber noch machbar. Der Schirm war ordentlich am Arbeiten und ich war im Luft-Karate-Modus unterwegs.
Die endgültige Entscheidung für den Streckenflug habe ich wie immer erst getroffen, nachdem ich über Unterberghorn aufgedreht habe und die vorhandene Wolkenstraße über Fellhorn und Steinplatte gesehen hatte. Das war meine Chance!
Die Basis war im Tagesverlauf von 2.600m MSL auf etwas 3.000m MSL angestiegen. Wegen starken Turbulenzen über dem Berggipfel von Unterberghorn bin ich bereits bei 2.300m MSL abgeflogen. Auf den Schleudergang hatte ich wenig Lust gehabt und habe mich bereits bei dieser Höhe gewagt abzufliegen. Die Rechnung ging auf!
Halbbeschleunigt und mit einer Rückenwindkomponente überquerte ich zügig das Tal zum Fellhorn und fand den Wiedereinstieg in die erhofte Thermik. Ich hatte noch eine Resthöhe von 1.785m MSL (und 420m AGL) über dem vorgelagerten Gernkogel. Bei der Talquerung habe weitaus weniger Höhe verloren als erwartet. Hier war der Rückenwind war nicht ganz unnütz.
Über Gernkogel bzw. Fellhorn war die Luft wieder ordentlich turbulent. Bis zur einer Höhe von ca. 2.000m MSL hatte ich Schwierigkeiten die Leethermik anständig zu zentrieren. Fortdauernd verlor ich den Kern. Mit etwas Geduld und ausgeprägter Sturheit konnte ich mühselig die positiven Höhenmeter tanken. Die thermische Luft wurde mit jedem Höhenmeter stetig besser, bis ich mich an die Basis hochgearbeitet habe. Zum Schluss war die Thermik sehr eng und schön knackig. Ab 2.600m MSL kam die dunkle Wolkenbasis beängstigend nah, sodass ich beschloss schnell weiter zu fliegen, bevor die Wolke mich reinzieht. 😉
Der nächste Flugabschnitt zur Steinplatte war lang. Hier habe ich tatsächlich die Entfernung und den Höhenverlust zum nächsten Aufwindband stark unterschätzt. Nach der halben Querung habe ich die Geschwindigkeitsreduktion und den stärkeren Höhenverlust gemerkt. Ich war im Einfluss von Talwind.
So langsam begriff ich, dass ich unter dem Grat der Steinplatte ankommen werde und bei dem strammen Höhenwind aus Nord mich im ordentlichen Lee wiederfinde. An der Steinplatte wurde ich gnadenlos runtergespült. Ich denke, um diese Tageszeit war der bayrische Wind bereits aktiv, und hat die Steinplatte ordentlich überspült. Alles, was dann unterhalb fliegt, wird nach unten gedrückt. Angenehmes Fliegen war das definitiv nicht. Mein Schirm mit seinem tiefergelegtem Ballast wurde ordentlich durch die Mangel genommen. Für mich stand fest in diesem Augenblick, ich werde nicht kampflos aufgeben und werde die vorhandene Arbeitshöhe nutzen, um den Südhang nach möglichen Blasen abzugrasen. Währenddessen hielt ich bereits Ausschau nach möglichen Landeplätzen im Tal. Ordentlicher Stresspegel!
Die Anspannung war groß, die Minuten im Lee haben sich nur so hingezogen. Dann endlich war ein erfreuliches und zaghaftes Piepsen vom Vario zu hören. Ich habe endlich die aufsteigende Luft gefunden. Die Blase war noch schwach und undefiniert, aber vorhanden. Die ersten Kreise waren noch sehr mühselig. Die Luft war extrem turbulent, aber es ging langsam nach oben. Und dann konnte ich mich endlich im Kern mit dem Schirm festkrallen. Das Vario schrie, kreischte und überschlug sich im Ton wie ein Teenager mit Stimmbruch beim Gesangsverein. Ich wurde regelrecht nach oben (auf 2.500m MSL) katapultiert. Und wieder wurden die Karten neu gemischt, alles wieder offen. So mag ich das. Ein geiles Gefühl!
Wieder in der Adlerperspektive angekommen, sah ich das, was ich nicht wirklich sehen wollte. Die bösen Lenticularis Wolken waren nordwestlich von meiner Position aufgetaucht. Also doch föhnig. Somit beschloss ich wieder die Heimreise anzutreten und nicht mehr weiter nach Osten zu fliegen. Der Kopf wollte einfach nicht mehr weiter. Beim Rückflug zum Fellhorn entschied ich mich unter der Wolkenstrasse über dem Tal zu fliegen. Das war nicht so klug, denn diese Wolken haben angefangen sich langsam aufzulösen und die erhoffte Rückreise ohne nennenswerten Höhenverlust wurde zum Gegenteil. Die bessere Route wäre vielleicht der Gratkontur zu folgen. Leeseitige Ankunft am Fellhorn mit einer Resthöhe von nur 1.166m MSL (und 180m AGL) wurde zu einer Mutprobe. Ich habe zwar einen thermischen Anschluss gefunden und konnte gut 100 Höhenmeter wieder tanken, aber nach dem ich in Bodennähe zwei kleine Klapper kassierte, hatte ich den Entschluss gefasst, den Flug an dieser Stelle zu beenden.
Auf einer großen und frisch gemähten Wiese bei Erpfendorf bin ich letztendlich gut gelandet. Der Talwind war auf den letzten Metern so stark, dass ich kaum Vorwärtsfahrt hatte. Nachhinein hätte ich lieber den Nordhang als Prallhang zum aufsoaren genutzt. Vielleicht hätte ich so zurück nach Kössen geschafft. Beim nächsten Mal versuche ich die Fehler nicht zu wiederholen.
Immerhin war meine Durchschnittsfluggeschwindigkeit für die 22km (XC-Distanz) 20,4 km/h. Ganz ok für ein A-Schirm.
Rekordflüge sind natürlich nicht möglich, aber kleinere Streckenflüge (Mikroabenteuer) funktionieren auch mit einem A-Schirm. Das funktioniert sogar ziemlich gut. Ich bin sogar froh, die ersten Streckenflugerfahrungen in kniffligen Situationen mit einem Schirm zu sammeln, welcher noch Fehler verzeiht. Man sollte nur die eigenen Grenzen und von seinem Flugequipment gut kennen. Etwas Geduld sollte auch vorhanden sein, denn man ist mit dem mofA-Schirm nicht unbedingt der Schnellste. Die Taktik "einfach dem Pulk der Sichelflieger hinterherfliegen" wird gewaltig in die Hose gehen.
Ich hatte schon länger den Wunsch von Unterberghorn zu der Steinplatte zu fliegen. Leider hat es oft aus vielfältigen Gründen nicht geklappt. Entweder war das Flugwetter vor Ort anders als vorhergesagt, oder ich war einfach mental nicht bereit dafür. Bin ja eher von der langsamen Sorte >>> alle Macht der Schildkröte!
Die Wettervorhersage für den heutigen Tag war sportlich. Einigermaßen hohe Basis, hohe Temperaturen, starke Thermik, viel Wind und evtl. leicht föhnig. Die thermische Luft habe ich ab 2.000m MSL als biestig empfunden, aber noch machbar. Der Schirm war ordentlich am Arbeiten und ich war im Luft-Karate-Modus unterwegs.
Die endgültige Entscheidung für den Streckenflug habe ich wie immer erst getroffen, nachdem ich über Unterberghorn aufgedreht habe und die vorhandene Wolkenstraße über Fellhorn und Steinplatte gesehen hatte. Das war meine Chance!
Die Basis war im Tagesverlauf von 2.600m MSL auf etwas 3.000m MSL angestiegen. Wegen starken Turbulenzen über dem Berggipfel von Unterberghorn bin ich bereits bei 2.300m MSL abgeflogen. Auf den Schleudergang hatte ich wenig Lust gehabt und habe mich bereits bei dieser Höhe gewagt abzufliegen. Die Rechnung ging auf!
Halbbeschleunigt und mit einer Rückenwindkomponente überquerte ich zügig das Tal zum Fellhorn und fand den Wiedereinstieg in die erhofte Thermik. Ich hatte noch eine Resthöhe von 1.785m MSL (und 420m AGL) über dem vorgelagerten Gernkogel. Bei der Talquerung habe weitaus weniger Höhe verloren als erwartet. Hier war der Rückenwind war nicht ganz unnütz.
Über Gernkogel bzw. Fellhorn war die Luft wieder ordentlich turbulent. Bis zur einer Höhe von ca. 2.000m MSL hatte ich Schwierigkeiten die Leethermik anständig zu zentrieren. Fortdauernd verlor ich den Kern. Mit etwas Geduld und ausgeprägter Sturheit konnte ich mühselig die positiven Höhenmeter tanken. Die thermische Luft wurde mit jedem Höhenmeter stetig besser, bis ich mich an die Basis hochgearbeitet habe. Zum Schluss war die Thermik sehr eng und schön knackig. Ab 2.600m MSL kam die dunkle Wolkenbasis beängstigend nah, sodass ich beschloss schnell weiter zu fliegen, bevor die Wolke mich reinzieht. 😉
Der nächste Flugabschnitt zur Steinplatte war lang. Hier habe ich tatsächlich die Entfernung und den Höhenverlust zum nächsten Aufwindband stark unterschätzt. Nach der halben Querung habe ich die Geschwindigkeitsreduktion und den stärkeren Höhenverlust gemerkt. Ich war im Einfluss von Talwind.
So langsam begriff ich, dass ich unter dem Grat der Steinplatte ankommen werde und bei dem strammen Höhenwind aus Nord mich im ordentlichen Lee wiederfinde. An der Steinplatte wurde ich gnadenlos runtergespült. Ich denke, um diese Tageszeit war der bayrische Wind bereits aktiv, und hat die Steinplatte ordentlich überspült. Alles, was dann unterhalb fliegt, wird nach unten gedrückt. Angenehmes Fliegen war das definitiv nicht. Mein Schirm mit seinem tiefergelegtem Ballast wurde ordentlich durch die Mangel genommen. Für mich stand fest in diesem Augenblick, ich werde nicht kampflos aufgeben und werde die vorhandene Arbeitshöhe nutzen, um den Südhang nach möglichen Blasen abzugrasen. Währenddessen hielt ich bereits Ausschau nach möglichen Landeplätzen im Tal. Ordentlicher Stresspegel!
Die Anspannung war groß, die Minuten im Lee haben sich nur so hingezogen. Dann endlich war ein erfreuliches und zaghaftes Piepsen vom Vario zu hören. Ich habe endlich die aufsteigende Luft gefunden. Die Blase war noch schwach und undefiniert, aber vorhanden. Die ersten Kreise waren noch sehr mühselig. Die Luft war extrem turbulent, aber es ging langsam nach oben. Und dann konnte ich mich endlich im Kern mit dem Schirm festkrallen. Das Vario schrie, kreischte und überschlug sich im Ton wie ein Teenager mit Stimmbruch beim Gesangsverein. Ich wurde regelrecht nach oben (auf 2.500m MSL) katapultiert. Und wieder wurden die Karten neu gemischt, alles wieder offen. So mag ich das. Ein geiles Gefühl!
Wieder in der Adlerperspektive angekommen, sah ich das, was ich nicht wirklich sehen wollte. Die bösen Lenticularis Wolken waren nordwestlich von meiner Position aufgetaucht. Also doch föhnig. Somit beschloss ich wieder die Heimreise anzutreten und nicht mehr weiter nach Osten zu fliegen. Der Kopf wollte einfach nicht mehr weiter. Beim Rückflug zum Fellhorn entschied ich mich unter der Wolkenstrasse über dem Tal zu fliegen. Das war nicht so klug, denn diese Wolken haben angefangen sich langsam aufzulösen und die erhoffte Rückreise ohne nennenswerten Höhenverlust wurde zum Gegenteil. Die bessere Route wäre vielleicht der Gratkontur zu folgen. Leeseitige Ankunft am Fellhorn mit einer Resthöhe von nur 1.166m MSL (und 180m AGL) wurde zu einer Mutprobe. Ich habe zwar einen thermischen Anschluss gefunden und konnte gut 100 Höhenmeter wieder tanken, aber nach dem ich in Bodennähe zwei kleine Klapper kassierte, hatte ich den Entschluss gefasst, den Flug an dieser Stelle zu beenden.
Auf einer großen und frisch gemähten Wiese bei Erpfendorf bin ich letztendlich gut gelandet. Der Talwind war auf den letzten Metern so stark, dass ich kaum Vorwärtsfahrt hatte. Nachhinein hätte ich lieber den Nordhang als Prallhang zum aufsoaren genutzt. Vielleicht hätte ich so zurück nach Kössen geschafft. Beim nächsten Mal versuche ich die Fehler nicht zu wiederholen.
Immerhin war meine Durchschnittsfluggeschwindigkeit für die 22km (XC-Distanz) 20,4 km/h. Ganz ok für ein A-Schirm.










