Hike&Fly am Blomberg - manchmal läuft es einfach nicht so wie man will

Es sollte ein kleiner Streckenflug von Blomberg zum Brauneck werden. Als Rückholer habe ich meine Frau nominiert, was eine hervorragende mentale Voraussetzung war. Die vorhergesagte Basishöhe, Thermikgüte und der Wind sahen für dieses Vorhaben ebenfalls vielversprechend aus. Da die Zeit auf meiner Seite war, habe ich mich für ein Hike&Fly entschieden und den Sessellift links stehen lassen. Am Startplatz angekommen, musste ich feststellen, die gestarteten Piloten fast ausnahmslos in einigen Minuten wieder am Boden standen. So habe ich das Wetter am Berg für eine weitere Stunde skeptisch beobachtet.

Plötzlich brach am Startplatz die Hektik aus. Der Wind hat sich eingependelt und die starken Böen haben nachgelassen. Die ersten Piloten konnten bereits den Startplatz überhöhen. Also schnell rein in die dicken Klamotten! Bis ich mit der ganzen Prozedur fertig war, war die ruhige und stabile Windphase auch wieder vorbei. Einige Kollegen sind bei dieser Bedienungen mit Klappern raus gestartet. Ich musste die Ruhe bewahren und abwarten bis der Startplatz einigermaßen von vorne angeströmt wurde.

Die letzten Worte an meine Frau, bevor ich gestartet bin: "du kannst dir ruhig auf dem Blomberg Zeit lassen, ich melde mich irgendwann, wenn du mich abholen sollst"
Ich bin mit einer kleinen Ablösung schön sauber raus gestartet. Nachdem ich im Gurtzeug Platz genommen habe, ist mir erst bewusst geworden, wie dunkel die Umgebung um mich herum doch war. Ich Depp bin in einer großflächige Abschattung gestartet. Ich war so auf die Wind-Kapriolen fokussiert, dass ich einen wichtigen Faktor fürs Thermikfliegen ausgeblendet habe. Starte niemals im Schatten. Genau das habe ich gemacht. Der gesamte Berg war im Schatten. Die einzige Chance, die ich noch sah, war so schnell wie möglich zum Stallaer Eck zu fliegen. Bis ich aus dem Schattenbereich raus war, habe ich soviel Höhe verloren, dass ich mir nicht mehr sicher war, ob ich noch zum offiziellen Landeplatz zurückschaffe. Mit Ach und Krach habe ich den Weiher am Landeplatz erreicht und mit Rückenwind eine sportliche Landung hingelegt.
Immer noch sprachlos, wie ich so einen fatalen Fehler begehen konnte, schrieb ich genau 9 Minuten nach dem hektischen Start eine Nachricht an meiner Frau, dass ich bereits gelandet bin. Ihre irritierte Antwort darauf, wo ich gelandet bin, sorgt noch heute für Gelächter.

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