Ich bin wieder im Flugeldorado Greifenburg unterwegs. Am heutigen Tag ist die Basis nur 2.600m hoch, also eher niedrig. Auf Basishöhe ist der Westwind mit bis zu 30 km/h doch recht stark vorhergesagt. Der Windgradient vom Boden bis auf die 4.000m AMSL ist ebenfalls an diesem Tag sehr hoch. Die Flugbedienungen schätze ich als ziemlich sportlich ein. Ich glaubte nicht wirklich daran, dass ich an diesem Tag bis zur Basis aufdrehen kann, aber ich probierte es trotzdem.
Nach dem Start musste ich natürlich erstmal mich in Geduld üben und alles an hebender Luftmasse mitnehmen, ohne wählerisch zu sein. Ab 2.000m ging es ziemlich flott bis zur Basis rauf. Ich war überrascht, wie gutmütig die Thermik an diesem Tag war. Als die ersten Kondensfetzen um mich entstanden, überlegte ich nicht lange, und entschied mich nach Westen zu fliegen. Ab hier war der Flug zum Mokarspitz, am Knoten vorbei, ein einfaches Unterfangen. Die einzige Schwierigkeit bestand für mich darin, auf die hinzukommenden Drachenflieger besonderes Augenmerk zu legen. Manche Drachenflieger sind leider mit einer Aggressivität in die Thermikblase mit eingestiegen, dass für mich nur eine logische Konsequenz übrig blieb, die thermischen Aufwinde zu verlassen und weiter zu fliegen.
Am Wendepunkt vor Mokarspitz musste ich ein wenig basteln, bis ich wieder mit vollständigen Kreisen wieder bis zur Basis aufdrehen konnte. Unter der Wolke entschied ich mich plötzlich wieder zurückzufliegen. Bis zum Kreuzkofel, am Knoten, Emberger Alm und Gaugen vorbei, bin ich praktisch ohne nennenswerten Höhenverlust durchgeflogen. So einfach habe ich noch nie die Flugkilometer runtergeschrubbt. Nach der Talquerung über Steinfeld zum Nockberg war ich bereit für eine Landung.
Es war ein schöner und kleiner Streckenflug, welcher sich auch für Anfängerpiloten gut eignet, ohne diesen sofort zu überfordern. Die Thermik war etwas sportlich, aber nicht so turbulent wie ich es ursprünglich erwartet habe.
Viel zu lernen ich noch habe. 🧐😅