Thermik von unten zentrieren?

Es ist der letzte Tag vor einer massiven Kaltfront. Der Wetterbericht meldet einen markanten Südwestwind – danach ist erst einmal für mindestens eine Woche Zwangspause angesagt. Ausgerechnet heute habe ich allerdings nur ein verdammt knappes Zeitfenster von etwa 1,5 Stunden, die privaten Verpflichtungen lassen aktuell einfach nicht mehr zu.

Ein schneller Blick auf Burnair zeigt mir jedoch: In Obereichstätt sind die ersten Piloten bereits in der Luft und haben direkt auf 1.700 und 1.900 Meter aufgedreht! Da dieser Startplatz für mich quasi direkt vor der Haustür liegt, fackele ich nicht lange. Die Entscheidung fällt spontan: Schirm ins Auto schmeißen, hinfahren und noch schnell ein bisschen Höhenluft genießen, bevor der nächste Termin ansteht.

Timing ist alles

Am Startplatz angekommen, reihe ich mich als Letzter in die Schlange ein. Zwei Piloten starten noch direkt vor mir und drehen sofort im schönem Bart nach oben weg. Perfekt, denke ich mir. Also fackele ich nicht lange, starte ebenfalls und fliege schnurstracks dorthin, wo die Kollegen gerade noch so spielerisch Höhe gemacht haben.

Doch als ich ankomme: Nichts. Absolut gar nichts. Statt des erhofften Aufwinds erwischt mich nur massives Sinken. Ich versuche noch krampfhaft die Situation am Hang mit dynamischen Aufwinden zu retten, aber die Luftmasse ist wie ausgetauscht. Ich fluche in der Luft wie ein Profi, aber es hilft alles nichts: Nach gerade einmal drei Minuten stehe ich wieder am Boden. So unfassbar blöd kann es laufen.


Das harte Los im Flachland

Also das ganze Zeug wieder zusammenpacken und zackig rauf zum Startplatz wandern. Als ich schließlich wieder oben am Auto ankomme, ist mein ohnehin knappes Zeitfenster komplett aufgebraucht. Ich musste schon die Heimreise antreten. Aber ich freue mich für die Kollegen, die an diesem Tag auf ihre Kosten gekommen sind.

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